Ingeborg Bachmann

Fotografie: Sebastian Fröhlich

Model: Thea Ehrensperger

Make-up + Hair: Jennifer Brillante

Ingeborg Bachmann war ein von Zerrissenheit geprägter Mensch. Einerseits war sie eine der genialsten Schriftstellerinnen ihrer Zeit, andererseits eine einsame und gebrochene Seele.

Das Aufwachsen an der Grenzregion in Kärnten löste im Laufe ihres Lebens immer wieder starkes Fernweh aus. Ihre Themen, mit denen sie sich literarisch auseinandersetzte, waren Tod, Mord, Angst, Liebe, Beziehungslosigkeit. Ihre große Stärke war es, das zu sagen, was die Zeit nicht aussprach.

Die Flucht aus ihren gescheiterten Beziehungen gelang ihr mit dem Schreiben. Ihr Schmerz allerdings war immer präsent; der Konflikt zwischen Verstand und Gefühl einerseits, Produktivität und Selbstzerstörung andererseits wurde immer größer.

Nach außen war sie eine erfolgreiche Frau, der es gelang, in einer von Männern dominierten Gesellschaft Fuß zu fassen und als Schriftstellerin ernst genommen zu werden. Ihre Weiblichkeit sah sie als Machtanspruch, und ihr größter Wunsch war es, eine Diva der Dichtkunst zu werden.

Innen war sie gebrochen, traumatisiert und schmerzerfüllt. Von ihren Liebschaften wurde sie stets enttäuscht.

100 Tabletten am Tag, unzählige Zigaretten, Alkohol in rauen Mengen führten schließlich zur erwünschten Schmerzlinderung – das Tödliche daran: Sie verbrannte, ausgelöst vermutlich durch eine zu Boden gefallene Zigarette.

Zurück
Zurück

Marie Therese Schrentewein - Valie Export