Johanna Dohnal (1939–2010)

Leonora Gusenbauer 

Model: Angelika Leichtfried

„Aus taktischen Gründen leiser zu treten, hat sich noch immer als Fehler erwiesen.“

Johanna Dohnal war eine österreichische Politikerin und Feministin, die ihr Leben dem Kampf für die Rechte von Frauen und sozialer Gerechtigkeit widmete. Sie wurde 1939 in Wien geboren und wuchs als uneheliches Kind bei ihrer Großmutter in Wien-Penzing auf. Ihr politisches Engagement begann 1957 in der Sozialistischen Partei Österreichs (SPÖ), wo sie sich in der Bezirksorganisation und bei den Kinderfreunden engagierte. Im selben Jahr heiratete sie Franz Dohnal und wurde später Mutter zweier Kinder.

Im Laufe der Jahre nahm Dohnals politisches Engagement immer mehr Raum ein. 1972 wurde die Politik zu ihrem Beruf, als sie Wiener Landesfrauensekretärin der SPÖ und Mitglied des Bundesparteivorstands wurde. Ihr Einfluss wuchs, und 1979 wurde sie als Staatssekretärin für allgemeine Frauenfragen im Bundeskanzleramt vereidigt. In dieser Position entwickelte sie ein Förderprogramm für Frauen im Bundesdienst und spielte eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung von Gesetzen im Bereich des Familienrechts, Sexualstrafrechts und Sozialrechts.

Dohnal war maßgeblich an der Realisierung des ersten Frauenhauses in Österreich beteiligt, das 1978 in Wien eröffnet wurde. Im Jahr 1990 wurde sie als Bundesministerin für Frauenangelegenheiten im Bundeskanzleramt angelobt. In dieser Funktion setzte sie sich weiterhin für die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familienarbeit sowie den Schutz von Frauen vor (sexueller) Gewalt ein.

Obwohl sie sich im Herbst 1995 von allen politischen Funktionen zurückzog, blieb Johanna Dohnal eine aktive Stimme in der Gesellschaft. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2010 setzte sie sich leidenschaftlich für eine gerechtere Welt ein und äußerte sich weiterhin öffentlich zu Frauenfragen, Menschenrechten und sozialen Themen. Kurz vor ihrem Tod ging sie eine eingetragene Partnerschaft mit ihrer langjährigen Lebensgefährtin Annemarie Aufreiter ein, nachdem dies in Österreich möglich geworden war.

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